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Schon fast als Erfinder der Gattung Sonder Kfz Büromobil kann der sauerländische Hersteller Dehler, bekannt aus dem Yachtbaubereich, gelten. Auf Basis des VW Transporter schuf er nun ein besonders ausgestattetes Mobil. Da Zulassungs- und Steuerbescheid den Profi als Büromobil anerkennen und er dadurch steuerlich absetzbar ist, erschloß sich Dehler ein neues Marktpotential : Geschäftsleute, die das Fahrzeug Besprechungen oder Präsentationen nutzen und auf der Fahrt von Messe zu Messe darin auch arbeiten können. Ganz nebenbei fällt auch ein schickes Freizeitfahrzeug ab, mit dem man verlängerte Wochenenden auch mal ohne Arbeit und in aller Ruhe verbringen kann. Der Dehler Profi ist also eher nobles Geschäftsfahrzeug mit elegantem Touch als Freizeitfahrzeug. Ein klassisches Reisemobil will er gar nicht sein. Obwohl er von der Ausstattung her durchaus mithalten kann. 2-flammen-Gaskocher, Dusche und Warmwasserboiler, 60-l-Unterflur-Frisch und 47-l-Abwassertank mehr bringt die Konkurrenz auf VW-Bus-Basis auch nicht unter. Für Wärme im Profi sorgt eine Kraftstoffbetriebene Eberspächer Heizung, auch die 2 kg Gasvorrat, die zum Kochen gebraucht werden, ausreichen. Steuern lässt sich die Standheizung per Zeitschaltuhr, die zusammen mit Anzeigen Batterie- und Wasserreserven im Elektropaneel im Fahrerhaus montiert ist. Doch neben den Merkmalen eines Camp-Mobils bietet der Profi noch einiges mehr: Eine zweite Sitzbank im Wohnbereich - Es sind alle vier Sitzplätze im Fond vorbildlich mit Sicherheitsgurten ausgestattet - erlaubt dank einer pfiffigen Verankerungskonstruktion eine Reihe unterschiedlicher Grundrissvarianten. Beide Sitzbänke in Fahrtrichtung ermöglichen insgesamt sechs Personen stressfreies Reisen. Gegengestellt ergibt sich aus den Bänken eine Konferenzstellung, und L-förmig angeordnet finden vier Personen rund um den dreh- und klappbaren Tisch eine gemütliche Runde. Der Testwagen strotzte nur so vor Zubehör: Farb-TV im Dachschrank vom Fahrhaus, Barfach, Schreibmaschinentisch, Velour Ausstattung in marineblau, Lederlenkrad, Leichtmetallräder, Allradantrieb mit Sportfahrwerk und Lackierung für 7.000 Mark. Um das alles auf der recht knapp bemessenen Grundfläche eines VW-Busses unterbringen zu können, musste kräftig getrickst werden. Dehler hat jeden Zentimeter Raum konsequent genutzt, die Erfahrungen aus dem Bootsbau kamen dabei sicher zugute. massgenaue Kunststoff Formteile halten das Gewicht des Ausbaus niedrig, passen sich den vom Fahrzeug vorgegebenen Formen an und sind leicht zu reinigen. An jeder Ecke lässt sich durch Klappen, Schwenken oder Drehen ein Einrichtungsstück platzsparend verstecken. Die Nasszelle beispielsweise in einem Hochschrank hinter dem Fahrersitz: Öffnet man nur die obere Hälfte der zweigeteilten Tür steht ein Waschbecken parat, klappt man auch die untere Hälfte auf, lässt sich das Porta-Potti entnehmen oder die Dusche aufbauen. Warmwasser liefert im Falle des Test-Profi ein Boiler, der mit Motor-Kreislauf oder mittels 230-Volt-Anschluß funktioniert. An den Nasszellen Hochschrank schliesst sich ein Seitenschrank an, aus dem sich mit einem Handgriff 2flammen-Kocher und Spüle klappen lassen. Da in einem Geschäftsfahrzeug wohl kaum ein Schnitzel mit Pommes zubereitet werden, reicht die Pantry zum Kaffekochen aus. Im unterteil des Seitenschranks kommen die 2-kg-Campinggaz-kartusche und kommt in der angepassten Halterungen verstaut - das Geschirr unter. Zum Heck hin hält die Peltier-Kühlbox Getränke bereit. Direkt gegenüber links neben der Schiebetür das Barfach. Die Garderobe der Mitreisenden kann in massgeschneiderten Kleidersäcken und Reisetaschen im Bereich des Motorraumkastens knitterfrei transportiert werden. Störend sind diese Taschen dann allerdings beim Bettenbau, der sich ohnehin etwas mühsamer gestaltet, als sonst bei VW-Bus-Ausbauten ?ch. Hier fordert unter anderem die Sicherheitsausstattung des Profi ihren Tribut, denn die Kopfstütze der Sitzbank muss demontiert werden. Dass die Verankerung der Rückenlehne sich nur von hinten, also bei geöffneter Heckklappe lösen lässt, macht die Angelegenheit nicht besser. Praxisgerecht hingegen ist die Dachbettkonstruktion. Aus einem Heckstauschrank im Dachbereich lässt sich das - mit 4 cm Polsterung hart geratene - Bett mit wenigen Handgriffen herausziehen. Wird etwas auf Dienstfahrt nicht benötigt, bleibt es einfach zu Hause und der Schrank nimmt Aktenordner oder Präsentationsmaterial auf. Der Profi kann also vielen Ansprüchen gerecht werden. Das zeigt auch die Aufpreisliste, die es erlaubt, ein Fahrzeug auf den individuellen Bedarf zuzuschneiden. Gesegnet mit einer beinahe ebenso langen Aufpreisliste ist der VW-Bus da der richtige Partner. Je nach Ausstattung des Basisfahrzeugs und installierten Extras lässt sich der Grundpreis des Profis, der ab rund 54.000 Mark(in der 78-PS-Benzin- Version mit Viergang-Schaltgetriebe) zu bekommen ist, mehr als verdoppeln. Ein gutes Beispiel dafür der Testwagen, der 15.000.- Mark kostet, dafür auch eine Liste von grosszügigen Extras besitzt. Die ohnehin nicht gerade preiswerte Wolfsburger Basis, ein VW-Bus-Syncro mit Viergangschaltung und Geländeuntersetzung, motorisiert mit dem 112 PS leistenden 2,1-L-Einspritzmotor, verteuert sich durch Extras wie Scheinwerferwaschanlage, Zentralverriegelung, elektrische Fenster und Spiegel, Antiblockiersystem, Servolenkung, Doppelscheinwerfer, Geschwindigkeitsregelanlage und anderes um rund weitere 14.000 Mark. Die Dehler-Ausstattung mit mehr als 22.000 Mark (davon beim Testwagen beinahe 8.000 Mark für Sonderlackierung) lassen sich Zusatzausstattungen auch noch preislich erweitern. Dafür gibt es dann aber auch wirklich - fast - alles, was sich im VW-Bus einbauen und unterbringen lässt. Fehlen nur noch das Autotelefon, der Personal-Computer und ein Fax-Anschluß - und das rollende Büro mit Freizeitwert ist fertig. Eine klapperfreie, gut durchdachte Einrichtung mit vielfältigen Variations- und Nutzungsmöglichkeiten und sehr saubere Verarbeitung auch im Bereich der Versorgungs- und Elektroinstallation lassen den Preis zwar hoch, aber nicht unangemessen erscheinen. Rund die Hälfte des Kaufpreises heimsen schliesslich auch die Wolfsburger ein. Ausserdem: Es muss ja nicht unbedingt ein Syncro mit Superausstattung sein. Denn der Syncro fährt sich nicht nur etwas eckig, er ist auch langsamer als der heckgetriebene Bulli und verbraucht mehr. Nicht zu vergessen: Er ist auch um einen fälligen Betrag teurer. |
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DESIGN-DYNAMIK-DEHLER
